ÜBERGANG DER LETZTEN MÜHLE DES WASSERVERBANDES RIJNLAND INS EIGENTUM DER RIJNLANDSE MOLENSTICHTING
Am 1. Juli 2018 ging mit der Steektermolen die letzte Mühle des Wasserverbandes Rijnland ins Eigentum der Rijnlandse Molenstichting über. Ihr Standort symbolisiert den Kampf gegen das Wasser – zunächst mit Hilfe einer Poldermühle, später durch ein Pumpwerk.
Poldermühlen trugen ab dem 15. Jahrhundert entscheidend zum Kampf gegen das Wasser bei. Sie stellten trockene Füße sicher, indem sie das überflüssige Wasser aus dem Land wieder in die Fließgewässer pumpten. Dadurch konnten Bauern Nahrungsmittel anbauen und verkaufen und Behörden Steuern erheben – gut für die Wirtschaft.
Aber Poldermühlen sind nicht wirklich hilfreich, wenn kein Wind weht. Daher wurden die Mühlen nach der Industriellen Revolution mit Hilfsmotoren und später mit separaten Pumpwerken ausgestattet, um ihre Kapazität zu erhöhen. Poldermühlen, die ausschließlich mit Wind betrieben wurden, galten dadurch schon bald als überholt und viele von ihnen wurden abgerissen.
1959 wurde die Rijnlandse Molenstichting gegründet. Heute hat sie fast fünfzig Poldermühlen in ihrem Besitz. Die große Mehrheit dieser Mühlen dient dem Wasserverband Rijnland als Hilfspumpwerk bei extremer Überlastung oder beim Ausfall eines Motorpumpwerks. Die erklärte Mission der Stiftung ist es, möglichst viele Windmühlen auf diese Weise zu erhalten – als Kulturdenkmal, aber auch als Werkzeug.