Nach einem Durchbruch des Spaarndammerdeiches nahe Halfweg stand der bereits entwässerte Lisserpoelpolder 1675 wieder unter Wasser. Der Polder konnte nur mit großer Mühe wieder entwässert werden, da die beiden bestehenden Mühlen in schlechtem Zustand waren. Deshalb wurde der Bau einer neuen Mühle – der heutigen Lisserpoelmolen – beschlossen.
Die Mühle wurde gleich am Anfang mit einer Förderschnecke versehen – zu der Zeit eine Besonderheit, da nahezu alle Poldermühlen damals mit Schöpfrädern gebaut wurden. Diese Mühle ist die älteste noch existierende Poldermühle, die von Beginn an mit einer Förderschnecke ausgestattet ist.
Am Anfang des letzten Jahrhunderts wurde nach Möglichkeiten gesucht, den Polder auch zu entwässern, wenn kein Wind wehte. Dazu wurde in der Mühle ein Motor installiert, der die Förderschnecke antreiben konnte. Die Mühle konnte jedoch auch weiterhin durch Wind angetrieben werden. 1989 diente die Mühle, nach dem Bau eines elektrischen Pumpwerks neben der Mühle, zum letzten Mal als Hauptpumpwerk. In jenem Jahr wurde wurde sie an die Rijnlandse Molenstichting übertragen.
Die Mühle wird von einem ehrenamtlichen Müller betrieben und dient heute als Hilfspumpwerk. Sie kommt bei extremer Überlastung oder bei Ausfall des elektrischen Pumpwerks zum Einsatz.
Der Lisserpoelpolder hat eine Fläche von etwa 235 Hektar und eine Förderhöhe von 3,40 Metern.
Reetgedeckte Achtkant-Poldermühle
Baujahr 1676
Diese Tafel wurde mit Unterstützung der Rederij Van Hulst – Rundfahrten, Tagesausflüge und Arrangements – entwickelt. (www.rederijvanhulst.nl)